Historie


155 Jahre Musik und Kultur in Mettlach




Unser Verein kann mit Stolz auf mehr als ein eineinhalb Jahrhunderte Vereinsleben zurückblicken. Anlass genug, einen Rückblick auf die traditionsreiche, aber auch wechselvolle Geschichte des ältesten Vereins unserer Gemeinde zu halten. Durch den Fabrikbrand am 13. August 1921 und durch die Kriegsereignisse von  1944/45 wurde das Archiv des Vereins fast gänzlich vernichtet, so dass über die Tätigkeit und das Vereinsleben aus den ersten Gründerjahren wenig berichtet werden kann. Aus den wenigen noch vorhandenen Unterlagen aber geht hervor, dass Herr Geheimrat Eugen von Boch (1809-1898) im Jahre 1851 die Werkskapelle der Firma Villeroy & Boch ins Leben rief.

 

Zu diesem Zeitpunkt zählten Mettlach und Keuchingen 918 Einwohner, in der Fabrik von Villeroy & Boch waren ca. 250 Menschen beschäftigt. Obwohl zur damaligen Zeit im Vergleich zu heute die Freizeit der arbeitenden Bürger knapp bemessen war, muss man den Idealismus dieser Generation bewundern, in nicht allzu großen Abständen vier weitere Traditionsreiche und noch heute bestehende Vereine ins Leben zu rufen. Es waren 1875 der Katholische Kirchenchor, 1879 die Sängervereinigung und 1885 der Turnverein. Die Gründung des Spritzencorps die heutige Freiwillige Feuerwehr, geht auf das Jahr 1863 zurück. An der Gründung dieser Vereine dürfte Herr Geheimrat Eugen von Boch wesentlichen Anteil gehabt haben.

 





Gründer der Musikvereinigung 1851 Herr Geheimrat Eugen von Boch

 

 

 

 

Der "Fabrik-Musik-Verein zu Mettlach" wurde bei der Gründung, ebenso wie die im gleichen Jahr gegründete Werkskapelle Wallerfangen, nach dem Vorbild französicher Militärkapellen ausgerichtet. So verfügten die beiden Kapellen schon vor 1890 über einen kompletten Saxophonsatz! Auch die Instrumente waren zum Teil französicher bzw. belgischer Herkunft.

 

Wie in alten Unterlagen der Firma Villeroy & Boch zu lesen ist, waren die Mitglieder der Musikkapelle gleichzeitig auch Mitglieder der "Bruderschaft des heiligen Antonius", welche mit der heutigen Arbeiterpensionskasse identisch ist. Innerhalb dieser Bruderschaft bestand eine Kommission, welche sich ausschließlich mit Angelegenheiten der Musik befasste. Die Mitglieder des Musikkorps waren einer straffen Disziplinarordnung unterworfen. In einer Satzung aus dem Jahre 1893 waren unter anderem auch Strafen für die aktiven Musiker festgelegt. So hieß es unter § 11:

 






Die älteste noch existierende Aufnahme zeigt die Musikvereinigung im Jahre 1880.




Die Musikvereinigung im Jahre 1881

Solche Strafen wären heute natürlich undenkbar, in dieser Zeit jedoch waren alle Musiker Beschäftigte der Fabriken von Villeroy & Boch und im § 6 der Satzung hieß es:



Geprobt wurde zweimal wöchentlich in einem von der Firma zur Verfügung gestellten "Musikzimmer". Den Musikern wurde für Proben und Auftritte, die nicht in die Arbeitszeit fielen, ein "Musikgeld" ausgezahlt, außerdem bezahlte die Firma ein individuelles Weihnachtsgeld. Hierbei richtete sich die Höhe nach den musikalischen Fähigkeiten des Musikers und der Dauer der Zugehörigkeit zum Korps. Dieses Geld wurde jedoch zumeist in eine "Kameradschaftskasse" eingezahlt und für Ausflüge und Konzertreisen verwendet.

Es heißt dazu im §9:






Die Musikvereinigung 1887

Über die Kapellmeister der Gründungszeit ist nichts bekannt, jedoch wird vor 1870 als Dirigent in den noch vorhandenen Unterlagen ein Musikdirektor Calmes erwähnt. Ob er die Kapelle von der Gründung an leitete, lässt sich nicht mehr feststellen. Zu dieser Zeit fanden aber schon die sonntäglichen Konzerte in dem im Jahre 1857 durch Eugen von Boch erbauten Pavillon statt.

 

Nachfolger von Herrn Calmes wurde 1874 der ehemalige Militärkapellmeister Klaar. Er wurde von der Firma Villeroy & Boch als Dirigent der Werkskapelle, welche zu diesem Zeitpunkt 24 Mitglieder zählte, fest angestellt.

 

Wie sehr sich die Firma Villeroy & Boch  mit der Musik verbunden fühlte, zeigte das Jahr 1882. In diesem Jahr konzertierten im Pavillon drei Werkskapellen der Firma, und zwar die ebenfalls 1851 von Charles Villeroy gegründete Kapelle von Wallerfangen, die 1880 neu gegründete Kapelle von Septfontaines und die Mettlacher Kapelle. Das Pavillon-Restaurant war eine feste Wirkungstätte des Vereins. Es wurden hier im Sommer wie im Winter Konzerte gegeben und zusätzlich auch noch Platzkonzerte.





Konzertprogramm von 1897




Die Musikvereinigung im Jahre 1901


Im Jahre 1886 trat Kapellmeister Klaar in den Ruhestand. Um den nun auftretenden Schwierigkeiten begegnen zu können, übernahm Herr Edmund von Boch, Direktor der Steingutfabrik Mettlach, den Vorsitz. Der Mitgliederbestand betrug zu dieser Zeit 25 aktive Musiker und 27 Musiklehrlinge. Die Proben leitete der erste Flügelhornist Matthias Lessel, Generalproben und öffentliche Auftritte Kapellmeister Schönherr von Wallerfangen.

 

Im Jahre 1887 übernahm Kapellmeister Ernst Simon, welcher aus Leipzig stammte, die musikalische Leitung der Kapelle. Unter seiner Leitung vollzog sich die Umstellung von Blasmusik zur Harmonie, was damals sicherlich eine schwierige Aufgabe war. Gleichzeitig gründete er auch ein Streicherkorps; eine Notiz aus dem Jahre 1889 belegt die Anschaffung von 12 Streichinstrumenten im Wert von 740 Mark.

 

Unter der Leitung von Kapellmeister Simon, sowie durch das große Interesse, den Fleiß und Idealismus der Musiker erlebte das Musikleben einen großen Aufschwungund die Kapelle wurde weit über die Ortsgrenzen von Mettlach bekannt und beliebt. Eine 1901 entstandene Aufnahme (siehe Abbildung oben) zeigt Kapellmeister Simon mit 38 Musikern. Ob der Anlass zu diesem Bild das fünfzigste Jubiläum war, ist nicht bekannt.

 

In den folgenden Jahren unternahm die Kapelle größere Reisen, um den Mitgliedern ein Stück der Welt zu zeigen und den Gesichtskreis zu erweitern. Man besuchte 1902 die Städte Mainz, Frankfurt und Wiesbaden. Weitere Reisen führten 1906 nach Koblenz, Köln und Düsseldorf. Eine für 1914 geplante Reise in die Schweiz kam durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges nicht mehr zustande.

 

Neben den zahlreichen öffentlichen Konzerten und Auftritten wirkte man natürlich auch bei kirchlichen Anlässen in Mettlach mit. Drei von Kapellmeister Klaar komponierte Prozessionsmärsche sowie der "Siegesgesang" von Ernst Simon gehören noch heute zum Repatoire der Musikvereinigung.

 





Musikvereinigung 1851 im Jahr 1910




Ausflug nach Ostende 1910





Pavillon - Restaurant um 1910

Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges am 2. August 1914 wurde dem Wirken von Ernst Simon und seinen Musikern ein jähes Ende gesetzt. Viele Mitglieder wurden zu den Waffen gerufen. Nach fast dreißigjähriger Tätigkeit trat im Jahre 1916 Kapellmeister Simon in den Ruhestand und siedelte nach Werrnigerode / Thüringen über. Das Bestehen des"Musikvereins der Fabriken von Villeroy & Boch " war damit vorläufig beendet.

 

Nach Kriegsende fanden sich die Mitglieder bald wieder zusammen. Durch die tatkräftige Unterstützung von Generaldirektor Luitwin von Boch-Galhau (1877-1932), dem Vater des ersten Ehrenvorsitzenden, konnte die Kapelle unter dem Namen "Musikkorps Mettlach-Keuchingen" neu gegründet werden. Nun war der Verein allerdings keine Werkskapelle mehr, die folgenden musikalischen Leiter waren keine Angestellten der Firma Villeroy & Boch mehr. Die Leitung der Kapelle übernahm Johann Baptist Schill, dessen Sohn und Enkel in der Geschischte des Vereins ebenfallls eine große Rolle spielen. Ab 1921 übernahm Herr Karl Heppes den Dirigentenstab. Beim fünfundsiebzigsten Bestehen im Jahre 1926 zählte die Kapelle 30 Aktive Mitglieder. Nachfolger von Herrn Heppes wurde 1927 Michael Maron. Unter seiner Stabführung erhielt die Kapelle 1928 vom Saarländischen Turnerbund die Berufung zur musikalischen Teilnahme am Deutschen Turnfest in Köln.

 

Obwohl das Saarland noch bis zum Jahre 1935 vom "Reich" getrennt und von der dort einsetzenden "Gleichschaltung" nicht direkt betroffen war, machten sich doch bereits 1934 solche Bestrebungen bemerkbar.Durch diese politischen Umwälzungen und die unterschiedlichen politischen Ansichten der Mitglieder sowie durch finanzielle Schwierigkeiten drohte die Kapelle auseinanderzufallen. Dank der Initiative von Herrn Anton Junges, welcher neben seiner Tätigkeit im Turnverein auch die Freiwillige Feuerwehr führte, wurde die Kapelle im gleichen Jahr der Feuerwehr angegliedert und so konnte das Werk der Vorfahren fortgeführt werden.

 

Herr Mathias Schill übernahm die Stabführung der nun 24 Mann starken Kapelle. Nach anfänglichen Nachwuchsschwierigkeiten konnte Herr Schill bei Ausbruch des 2. Weltkrieges am ersten September 1939 wieder auf eine leistungsstarke Truppe blicken. Durch die Evakuierung war der Tätigkeit des Vereins wieder ein Ende gesetzt. Nach der Rückkehr 1940 konnten die Mitglieder, die nicht zum Kriegsdienst eingezogen waren, ihre Arbeit nur im begrenzten Umfang weiterführen. Während der 2. Evakuierung vom Herbst 1944 bis Sommer 1945 wurde am Heiligen Abend 1944 der Musiksaal durch einen Bombenvolltreffer zerstört. Hierbei wurden ein Großteil der Instrumente und die meistenn Noten vernichtet. Mathias Schill und einige Musiker retteten aus den Trümmern, was noch zu retten war. Sieben Mitglieder kehrten aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr zurück.

 

Mit den aus den Trümmern geborgenen Instrumenten konnte an einen Wiederaufbau der Kapelle nicht gedacht werden. Neben Herrn Schill waren folgende Musiker  bereit, die fast hundertjährige Tradition weiter fortzuführen:

Fritz Funk; Nikolaus Gottdang; Lutwin Hirschbach; Nikolaus Hoffmann; Nikolaus Leinen; Nikolaus Marx; Jakob Pfeifer; Johann Pitsch; Paul Sams; Peter Schuler; Albert Witsch.





Musikvereinigung im Jahre 1926

Mit den wenigen noch vorhandenen Instrumenten konnte aber keine Musik aufgeführt werden. Herr Schill kam auf den Gedanken einer Zusammenarbeit mit Musikern aus Saarhölzbach und Besseringen. Mit dieser nicht gerade großen Kapelle führte man am weißen Sonntag 1946 die Kommunionkinder in Mettlach mit Musik zur Kirche. Ein Lastwagen brachte dann das Häuflein Unentwegter nach Besseringen, um dort das gleiche zu wiederholen. In den ersten drei Jahren nach dem Krieg beschränkte sich die Tätigkeit der Musiker auf die Gestaltung der kirchlichen Anlässe, da die Zahl der Aktiven sehr begrenzt war und nur wenige Instrumente zur Verfügung standen. Im Jahr 1948 gab es dann die erste Generalversammlung mit Vorstandswahlen. Hierbei wurden Mathias Schill zum Dirigenten und Johann Pitsch, der das Amt schon seit Mitte der Zwanziger bekleidete, zum Vorsitzenden gewählt. Außerdem wurde die wöchentliche Probe wieder eingeführt. Auch konnte mit der Unterstützung der Firma Villeroy & Boch, der Landesregierung und der Gemeinde Mettlach mit dem Wiederaufbau des Vereins begonnen werden. Von diesem Zeitpunkt an nannte sich die Kapelle "Musikvereinigung 1851 Mettlach".

 

Durch das Fehlen von Instrumenten ging der Wiederaufbau nur schleppend voran. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent der Blaskapelle gründete Matthias Schill im Winter 1950/51 ein Streichorchester. Durch sein Können erlangte dieses in den folgenden Jahren ein hohes Ansehen.

 

Da im Jubiläumsjahr 1951 die Kapelle noch viel zu wünschen übrig ließ, beschloss der inzwischen neu gewählte Vorstand mit dem Vorsitzenden Albert Witsch, das hundertjährige Jubiläum ein Jahr nach hinten zu verschieben. Wiederum war es Herr Luitwin von Boch-Galhau, welcher dem Verein Mittel zur Anschaffung von Instrumenten und einen Übungsraum in der Steingutfabrik zur Verfügung stellte. Den Vorbereitungen für das hundertjährige Stiftungsfest stand nichts mehr im Wege. Am 1.März des Jubiläumsjahres 1952 zählte der Verein:

25 Aktive (ohne Streicher); 5 Ehrenmitglieder; 12 Zöglinge; 96 Förderer

 

Das in der Zeit vom 19. bis 23. Juni 1952 stattfindende 100-jährige Jubiläum, das im Festzelt im Saareckpark gefeiert wurde, stand unter dem Motto der Völkerversöhnung und -verbindung. Das Protektorat übernahmen Herr Luitwin von Boch-Galhau und Herr Erwin Müller, saarländischer Minister für Kultur und Volksbildung. Neben den befreundeten Kapellen aus den Nachbargemeinden und den Mettlacher Chören beteiligten sich auch die Städtische Blaskapelle "Concordia" aus Remich/Luxemburg, die Kapelle aus Kleinrosseln/Frankreich und die Musikvereinigung aus Bernkastel-Kues. Am Festabend wurde Herr Luitwin von Boch-Galhau, Urenkel des Gründers Geheimrat Eugen von Boch, in Dankbarkeit und Anerkennung für die Hilfe beim Wiederaufbau des Vereins zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am gleichen Abend ehrte die Musikvereinigung durch ihren Vorsitzenden Albert Witsch folgende Mitglieder für ihre Verdienste in über 25-jähriger aktiver Mitgliedschaft mit der Ernennung zum Ehrenmitglied:

Johann Pitsch; Nikolaus Hoffmann; Nikolaus Panno; Mathias Schill und Peter Schuler.





Musikvereinigung im Jahre 1952

Bei der Generalversammlung am 19.März 1954 stellte sich Herr Albert Witsch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Zum neuen Vorsitzenden wurde Matthias Emmel gewählt. Für seine Verdienste zum Wohle der Musik wurde der langjährige Vorsitzende Johann Pitsch zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Da die öffentlichen Auftritte in den folgenden Jahren immer zahlreicher wurden bat man Herrn Luitwin von Boch-Galhau und den Gemeinderst um Unterstützung bei der Anschaffung vonb Uniformen. Beide Seiten gaben zu diesem Vorhaben ihre Zustimmung. Am 20. März 1955, anlässlich eines Konzertes konnte der Vorsitzende Matthias Emmel die Musiker erstmals in ihrer neuen Uniform vorstellen. Außerdem wurde in diesem Jahr eine Jugenkapelle gegründet. Die Leitung der Jugendkapelle übernahm Herr Günther Merziger.

 

Durch den starken Aufschwung der Blaskapelle, trat das Streichorchester, in dem auch einige Bläser als Streicher mitwirkten, immer mehr in den Hintergrund und wurde 1956 letztmals in der Chronik erwähnt.

 

Mit der Bereitstellung der Mittel für fünf Instrumente von Herrn Luitwin von Boch-Galhau und dem Kauf einer Tuba durch die Gemeinde Mettlach konnte die Kapelle Mitte der Fünfziger wesentlich verstärkt werden.

 

Am 14.Juli 1956 gratulierte die Musikvereinigung dem Ehrenvorsitzenden Luitwin von Boch-Galhau musikalisch zum 50. Geburtstag und zum 25-jährigen Dienstjubiläum.

 

1957 wirkte der Verein gleich am 1. Januar an einer Feierstunde zur Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik mit. Am 12. Januar besuchte der Bundespräsident Theodor Heuss Mettlach, wobei die Musikvereinigung natürlich auch nicht fehlen durfte.

 

Am 8. März 1958 wurde Helmut Schill, der Sohn von Mathias Schill, zum stellvertretenden Dirigenten gewählt.

 

Am 26. Mai 1959 trat Matthias Emmel als Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zurück.





Weißer Sonntag 1959




Musikvereinigung 1851 im Jahre 1960

Hans Martini wurde kommissarisch zum Vorsitzenden ernannt. Mathias Schill konnte in diesem Jahr sein 25- jähriges Jubiläum als Dirigent feiern.

 

Am 2. April 1960 wurde schließlich Hans Martini zum ersten Vorsitzenden der Musikvereinigung gewählt. Mathias Schill wurde im gleichen Jahr für 50-jähriges aktives Musizieren geehrt. Herr Luitwin von Boch-Galhau feierte seine silberne Hochzeit. Der Ehrenvorsitzende Johann Pitsch verstarb am 9. September. Inzwischen war die Kapelle auf dem Weg ihren alten Ruf wiederzugewinnen. Dies zeigte sich nicht nur an den immer zahlreicher werdenden Verpflichtungen innerhalb der Gemeinde, sondern an den Einladungen, außerhalb von Mettlach bei Festveranstaltungen mitzuwirken.





Musikvereinigung 1851 beim Festzug in Crailsheim 1960

Ein Höhepunkt im damaligen Vereinsleben dürfte die Einladung zum hundertjährigen Stiftungsfest der Stadtkapelle Crailsheim vom 8. bis 10. Juli 1960 gewesen sein. Neben der französischen Eisenbahnerkapelle Harmonie des Ateliers de Mohon und dem schwedischen Musikkorps St. Olof Norrköpping wirkte die Musikvereinigung am Festkommers der Stadtkapelle mit. Für alle, die an dieser Fahrt teilgenommen haben, bleiben diese Crailsheimer Tage in bester Erinnerung.

 

Im daraufolgenden Jahr feierte die Musikvereinigung vom 15. bis 17. Juli ihr 110-jähriges Bestehen. Neben den Mettlacher Chören waren auch die Stadtkapelle Saarbrücken und die Musikvereinigung Freudenburg zu Gast.

 

Anlässlich dieses Festes versprach Herr Luitwin von Boch-Galhau die Kapelle mit neuen Uniformen auszustatten. Beim Familienabend der Freiwilligen Feuerwehr, am 21. Januar 1962, konnte die Kapelle in den neuen Uniformen auftreten.

 

Am 1. Juni 1963 umrahmten die Musiker die Hochzeit von Lutwin Gisbert von Boch. Ein Jahr später, am 16. Mai 1964 umrahmten die Musiker feierlich die Hochzeit von Prinzessin Milicent zu Solms-Hohensolms-Lich.

 

Zum 60. Geburtstag und der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gratulierte der Musikverein seinem Ehrenvorsitzenden Luitwin von Boch-Galhau am 14. Juli 1966.

 

Am 5. Mai 1968 trat der Vorsitzende Hans Martini von seinem Amt zurück. Kommissarisch übernahm Ludwig Fixemer das Amt.

 

In den folgenden Jahren konnte die Vereinigung die Hände nicht in den Schoß legen. Mit über dreißig Auftritten und ca. 70 Proben im Jahr wurde von jedem Musiker viel Eifer, Idealismus und Opferbereitschaft verlangt. Es wäre zuviel, alle Veranstaltungen eines Jahres einzeln aufzuführen, doch für viele war es eine Selbstverständlichkeit, dass die Musik auch beim kleinsten Anlass dabei war, ganz gleich welcher Wochentag oder zu welcher Uhrzeit eine Veranstaltung stattfand.

 

Dank der Unterstützung durch die Gemeinde und der Firma Villeroy & Boch konnte die Kapelle 1970 wieder neu eingekleidet werden. Am 17. Januar des Jahres wurde Herr Ludwig Fixemer von der Generalversammlung zum neuen erstemn Vorsitzenden gewählt.

 

Im Herbst 1970 beschlossen die Aktiven der Musikvereinigung, 1971 das 120-jährige Bestehen der Kapelle zu feiern. Mit ein Grund, dieses Jubiläum zu begehen, war die Tatsache, dass ihr Dirigent Mathias Schill in diesem Jahr genau 60 Jahre, also genau die Hälfte des Bestehens, als Aktiver dem Verein angehörte. Die Festtage fanden in der Zeit vom 17. bis 19. Juni in einem Festzelt im Salzbadgelände statt. Zu diesem Fest konnten die Mettlacher Musiker erstmals die Stadtkapelle aus Crailsheim als Gäste in Mettlach begrüßen.

 

Beim Festkommers wirkten neben der Musikvereinigung auch die Stadtkapellen aus Crailsheim und Saarbrücken sowie die Mettlacher Chöre mit. Im Laufe des Festabends überreichte Herr Luitwin von Boch-Galhau als Protektor und Ehrenvorsitzender Mathias Schill eine Ehrenurkunde für seine 60 Jährige Tätigkeit im Dienste der Musik. Das Frühschoppenkonzert der Stadtkapelle Crailsheim wird allen Anwesenden im Festzelt noch in guter Errinnerung sein. Bevor man die Heimreise nach Crailsheim antrat sprach der Vorsitzende der Stadtkapelle Crailsheim Herr Huttmann die Einladung zum nächsten Jubiläum der Stadtkapelle im Jahre 1975 aus.

 

Ein Höhepunkt in der langen Vereinsgeschichte brachte der Heimatabend am 19.Juli 1971. Im Laufe des Abends überreichte der saarländische Minister für Kultur, Bildung und Sport Werner Scherer die vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann gestiftete "Pro Musica Plakette". Sie stellt die höchste Auszeichnung für musikausübende Vereine dar, die auf eine über hundertjährige Vereinsgeschichte zurückblicken können. Zur Gestaltung des Abends konnten u.a. auch die Gesangstars "Cindy&Bert " sowie die "Band des 32. Heeres Luftabwehrkommandos" aus Kaiserslautern gewonnen werden.

 





Musikvereinigung 1971

Zwei bedeutende Ereignisse waren im Jahre 1973 die Ehrungen, die dem Dirigenten Mathias Schill in Anbetracht seiner Verdienste vor allem in der Musik zuteil wurden. In einer Feierstunde am 26.Mai, bei der die Mettlacher Chöre und der Musikverein unter der Leitung seines Sohnes Helmut Schill mitwirkten, ernannte auf Vorschlag des Gemeinderates der damalige Bürgermeister, Herr Remigius Scholtes, Mathias Schill zum Ehrenbürger der Gemeinde Mettlach. Sein langjähriges uneigennütziges Wirken in der Musikvereinigung und dem Männerchor 1912, dem er ebenfalls vierzig Jahre als Dirigent vorstand sowie seine kommunalpolitische Tätigkeit nach dem Krieg, u.a. als 2. Beigeordneter, waren Anlass zu dieser Auszeichnung. Aus dem gleichen Anlass wurde Herr Schill auf Vorschlag der Behörde beim Familienabend der Musikvereinigung am 21. Oktober des gleichen Jahres durch Herrn Landrat Kurt Linicius mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.








links oben: Protektor Lutwin von Boch Galhau bei der Festansprache zu 120 - jährigen Jubiläum

rechts oben: Verleihung der Bundesverdienstmedaille an Matthias Schill 1973

links unten: Rede von Matthias Schill anlässlich der Ehrung für 60 - jährige aktive Tätigkeit 1971

rechts unten: Überreichung der Pro Musica Plakette durch Kultusminister Werner Scherer am 19.7.1971


Diese Chronik wäre nicht vollständig, würde man ein weiteres auch seltenes Jubiläum im Jahre 1974 nicht erwähnen. In diesem Jahr konnte Herr Mathias Schill auf eine vierzigjährige Tätigkeit als Dirigent der Musikvereinigung zurückblicken. In der langen Vereinsgeschichte ist Herr Schill der einzige Dirigent, welcher den Dirigentenstab vier Jahrzehnte ohne Unterbrechung geführt hat. Aus  diesem Anlass fand am 31.Oktober zu Ehren von Herrn Schill in der Sport und Spielhalle ein Festkonzert statt. Die Leitung hatte bei diesem Konzert sein Sohn Helmut Schill. Doch ließ es sich der Jubilar nicht nehmen die letzten beiden Musikstücke selbst zu dirigieren. Neben der Musikvereinigung wirkten auch die beiden Männerchöre als Chorgemeinschaft und der katholische Kirchenchor mit.

 

Als Anerkennung überreicht der erste Vorsitzende Ludwig Fixemer im Namen der Musikvereinigung dem Jubilar einen Kristallpokal, welcher eigens für diesen Anlass in der Christallerie der Firma Villeroy & Boch in Wadgassen gefertigt wurde.

 





Musikvereinigung 1975

Im Jahre 1975 folgte man der Einladung anlässlich des hundertfünfzehnjährigen Stiftungsfestes der Stadtkapelle Crailsheim. Die Festtage fanden vom 5.bis 7. Juli statt. Mit den aus 1960 bekannten Kapellen aus Frankreich und Schweden beteiligte man sich am Festkommers und den weiteren Veranstaltungen der folgenden Festtage. Der mit fünfzig Kapellen durch Crailsheim führende Festzug, wie überhaupt die ganze Reise, war für alle ein Unvergessenes Erlebnis.

 

Auch das Jahr 1976 war wieder ein Besonderes. Mit einem schönen Ständchen konnte die Musikvereinigung Mathias Schill am 7. Februar zum 80. Geburtstag gratulieren, acht Monate später, am 23.Oktober feierte Herr Schill das Fest der goldenen Hochzeit. Am 29.Dezember wurde sein Sohn Helmut einstimmig von den Aktiven zum neuen Dirigenten des Vereins gewählt.

 


Musikvereinigung im Jahre 1976


In diesem Jahr feierte der Verein auch sein 125-jähriges Stiftungsfest. Die Feierlichkeiten fanden vom 22. bis 24. Mai in der "Sport- und Spielhalle" statt. Protektor war wiedereinmal der große Gönner des Vereins Herr Luitwin von Boch-Galhau; die Ehrenschirmherrschaft übernahm der saarländische Kultusminister Herr Werner Scherer. Der Sohn des Protektors, Herr Lutwin Gisbert von Boch, wurde am Festabend zum Ehrenmitglied der Musikvereinigung ernannt. Er stiftete der Vereinigung neue Uniformen.

 

Nach 67 Jahren aktiven musizierens und 43 Jahren als Dirigent der Musikvereinigung übergab Mathias Schill anlässlich eines Konzertes am 23.April 1977 den Taktstock an seinen Sohn Helmut, jedoch sollte er in diesem Jahr noch gebührend geehrt werden: die Musikvereinigung ernannte Herrn Schill anlässlich eines Familienabends am 22. Oktober zum Ehrendirigenten und der Vorsitzende der Stadtkapelle Crailsheim, Herr Walter Huttmann; überreichte ihm am gleichen Abend die goldene Bundesfördermedaille  des Deutschen Volksmusikverbandes.

 

Der neue Dirigent Helmut Schill rief im folgenden Jahr 1978 erneut ein Jugendorchester ins Leben, welches dann am 28. Oktober mit 15 Jungmusikern seinen ersten Auftritt hatte. Am 7.Juli des Jahres feierte Helmut Schill seine Hochzeit.

 

Das Jahr 1979 brachte für die Musiker zwei unvergessliche Konzertreisen; vom 7. bis 9.September wurde eine Reise nach La Ferte Gaucher und Paris unternommen, wobei unter anderem ein Platzkonzert im Werk von Villeroy & Boch und ein abendliches Konzert im Stadion des Städchens gegeben wurden.

 

Am 26. und 27. Folgte eine Fahrt nach Bonn. Anlass war der "Tag des Saarlandes", bei dem der Landkreis Merzig- Wadern das Saarland repräsentierte. Hier hatte die Musikvereinigung unter anderem die Ehre dem damaligen Bundespräsidenten Carl Carstens in der Villa Hammerschmidt ein Ständchen darzubringen.

 

In der Generlversammlung am 27. Januar 1980 legte Ludwig Fixemer aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Vorsitzenden nieder. Als sein Nachfolger wurde Herr Werner Kiefer zum ersten Vorsitenden der Kapelle gewählt.

 

Am 20. April wirkte der Verein musikalisch bei der Verleihung des Peter-Wust-Preises an Herrn Luitwin von Boch-Galhau im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks in Saarbrücken mit.

 

Mehrere Jubiläen gab es dann im Jahr 1981 zu feiern: Herr Mathias Schill feierte am 7. Februar seinen 85. Geburtstag, Herr Luitwin von Boch-Galhau am 14. Juli seinen 75. Geburtstag.





Musikvereinigung 1851 im Jahre 1981

Schließlich feierte die Musikvereinigung vom 14. bis 16. August in einem Festzelt im Salzbadgelände das 130-jährige Jubiläum. Hier konnte man zahlreiche Gäste begrüßen, unter anderem auch wieder die Freunde der Stadtkapelle Crailsheim, die man dann vom 19. bis 21. September zum Fränkischen Volksfest besuchte.

 

Nach schwerer Krankheit verstarb am 12. Oktober 1984 der Vorsitzende Werner Kiefer, der zweite Vorsitzende Herrmann-Josef Münster übernahm kommissarisch die Führung des Vereins.

 

In der Generalversammlung am 26. Januar 1985 wurde H.-J. Münster dann offiziell zum neuen ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt.

 

Die Goldene Hochzeit von Herrn Luitwin von Boch-Galhau und Ehefrau Beatrice am 3. September 1985 umrahmte die Musikvereinigung mit einem Konzert.

 

90 Jahre wurde der Ehrendirigent Mathias Schill am 7. Februar 1986, wozu der Verein ihm herzlich mit einem Ständchen gratulierte. Ebenfalls musikalisch gratulierte die Musikvereinigung am 23. Mai Herrn Lutwin-Gisbert von Boch zum 50. Geburtstag und am 14. Juli Herrn Ehrenvorsitzenden Luitwin von Boch-Galhau zum 80. Geburtstag. Zudem wurde das 135-jährige Vereinsjubiläum in der Sporthalle gefeiert. Einmal mehr war hierbei die Stadtkapelle Crailsheim zu Gast. Durch die tatkräftige Unterstützung der Herren von Boch war es erneut möglich die Kapelle mit neuen Uniformen einzukleiden.

 

Vom 18. bis 20. September besuchten die Musiker ihre Freunde von der Stadtkapelle Crailsheim zum "Fränkischen Volksfest".

 

Nachdem es schon vorher zwei unterschiedliche "vereinspolitische" Strömungen im Korps gab kam es am 18. März 1988 zur "Zerreißprobe". Der Dirigent Helmut Schill trat in einer Probe zurück. Als Resultat der Streitigkeiten kam es dann zu zahlreichen Austritten, die den Verein an den Rand der Auflösung brachte. Dem Ehrenvorsitzenden Luitwin von Boch-Galhau, der vermittelte, und dem Vorsitzenden Hermann-Josef Münster ist es zu verdanken, dass Helmut Schill dem Verein dann doch weiter die Treue hielt und die Musikvereinigung sich nicht auflöste. Der stellvertretende Dirigent Dieter Conzelmann leitete zunächst die Proben und wurde am 8. Juli von den Aktiven zum Dirigenten gewählt. Trotzdem der Verein durch die Querelen sehr geschwächt war, wurden die musikalischen Verpflichtungen eingehalten, so die Teilnahme beim 100-jährigen Bestehen des DRK Mettlach und dem 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr. Am 24. September mussten die Aktiven ihrem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Luitwin von Boch-Galhau das letzte Geleit geben.

Die verbliebenen Musiker arbeiteten nun mit aller Kraft daran, den Verein wieder voran zu bringen und über eine intensive Jugendarbeit füllten sich die Reihen wieder.

 

Ein ganz besonderes Jubiläum durfte die Musikvereinigung im Jahr 1990 musikalisch mitgestalten. In einem Festzeltt im Abteipark wurde "1000 Jahre Alter Turm" gefeiert.

 

Am 7. und 8. Juli 1990 unternahm der Verein eine Fahrt nach Hannover, wohin sie von der IG Papier-Chemie-Keramik eingeladen wurde, um beim 100-jährigen Bestehen zu musizieren.Am 15. September hatten die Musiker dann die traurige Pflicht ihrem verstorbenen Ehrendirigenten Mathias Schill das letzte Geleit zu geben.Ein neues Jugendorchester wurde durch Stephan Conzelmann, dem Sohn des Dirigenten Dieter Conzelmann, ins Leben gerufen.

 

Im April 1991 übernahm Helmut Schill für den schwer erkrankten Dieter Conzelmann wieder die musikalische Leitung des Vereins. Anlässlich des 140-jährigen Jubiläums vom 2. bis 4. August in der Sporthalle wurde Herr Lutwin Gisbert von Boch beim Festabend am 3. August zum Ehrenvorsitzenden der Musikvereinigung ernannt.

 





Musikvereinigung 1851 im Jahre 1991

In einer Probe am 5. Februar 1993 wurde Helmut Schill wieder zum Dirigenten gewählt, da Dieter Conzelmann nach seiner schweren Krankheit dieses Amt nicht mehr ausüben konnte. Zum stellvertretenden Dirigenten wurde Stephan Conzelmann gewählt.

 

In der Jahreshauptversammlung am 7. Februar trat Hermann-Josef Münster nach fast zehnjähriger Amtszeit zurück. Zum neuen Vorsitzenden wurde Uwe Francois gewählt. In den folgenden Jahren gab sich die Musikvereinigung eine Satzung und wurde eingetragener Verein. Außerdem trat die Musikvereinigung dem Bund Saarländischer Musikvereine bei.

 

Aufgrund seiner außerordentlicher Verdienste wurde Hermann-Josef Münster am 8. April 1995 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Das Orchester konnte Dank der Unterstützung des Ehrenvorsitzenden Lutwin-Gisbert von Boch neu eingekleidet werden. Am 23. Mai gratulierten das Hauptorchester und das Jugendorchester Herrn Lutwin-Gisbert von Boch mit einem Ständchen in St. Gangolf zum 60. Geburtstag. Herr von Boch stiftete dem Verein eine Konzerttrommel und ein Tenorhorn. Die Kontakte zur Stadtkapelle Crailsheim wurden mit einem Besuch des Jugendorchesters der Musikvereinigung in Crailsheim wieder intensiviert. Am 9.November wurde das 145-jährige Bestehen mit einem Konzert des Reservistenmusikzugs Saarland in der Sporthalle gefeiert. Anschließend sorgte die "Combo der Polizei BigBand des Saarland" noch für etwas Stimmung mit Tanzmusik.

 

Vom 19.bis 21. Juni erfolgte der Gegenbesuch des Jugendkapelle der Stadtkapelle Crailsheim in Mettlach. Den Gästen aus Crailsheim gefiel es in Mettlach so gut, das die Vereinsführung sofort eine Gegeneinladung für das folgende Jahr aussprach.

 

Die 250 Jahr Feier der Firma Villeroy & Boch im Park Schloß Saareck umrahmte die Musikvereinigung durch die Teilnahme an der Jubilarehrung im Festzelt sowie ein Ständchen am Mitarbeiterfest.

 

Vom 18. bis 20. Juni 1999 fuhr das Jugendorchester dann wieder nach Crailsheim, wo die Mettlacher Musiker, wie immer, auf das Herzlichste willkommen waren.

 

Nach neun Jahren Jugendorchester in fast der gleichen Besetzung war es an der Zeit, das Jugendorchester neu aufzubauen, was dann im Jahr 2000 auch geschah.

 

Am 28. Oktober beim Jahreskonzert der Musikvereinigung erfolgte dann der erste Auftritt mit der verjüngten Mannschaft unter der Leitung von Stephan Conzelmann und Nicole Konter.

 



2001 war für die Mettlacher Musik ein besonderes Jahr. Die Musikvereinigung konnte ein seltenes Jubiläum begehen: Eineinhalb Jahrhunderte Musik und Kulturgestaltung in Mettlach. Dieses historische Jubiläum wurde im Abteipark gegenüber des alten Turmes in einem großen Festzelt vom 22. bis 24. Juni 2001 begangen. Eingeleitet wurde das Fest mit einem Konzert der Coverband Rollsplitt die Freitagsabends das volle Festzelt mit Stimmung füllte. Samstagsmittags konzentrierte man sich auf das etwas jüngere Publikum mit Spielen dem Zauberer Casi und einem Auftritt des Jugendorchesters des Vereins, wobei sich die Eltern und Großeltern sich an einem Antikmarkt rund um den Alten Turm die Zeit vertreiben konnten.

 

Abends beim Festkommers, der mit dem großen Zapfenstreich beendet wurde, wirkten wie schon des öfteren vorher die Stadtkapelle Crailsheim, die beiden Mettlacher Männerchöre, der katholische Kirchenchor sowie die Freiwillige Feuerwehr mit. An diesem Abend wurde Herr Wendelin von Boch zum Ehrenmitglied der Musikvereinigung ernannt. Herr von Boch versprach Unterstützung bei der Finanzierung des neuen Dirigenten, da dessen Honorar, dadurch dass dieser Hauptberuflicher Dirigent und Musiklehrer ist, höher war als die Aufwandsentschädigungen, welche die vorherigen Dirigenten als Dank und Anerkennung bekamen. Desweiteren stiftete er zwei Musikstücke.

 

Ebenfalls an diesem Abend wurde Herr Helmut Schill, der schon über fünfzig Jahre aktiver Musiker war und in diesem Jahr genau 25 Jahre den Taktstock führte zum Ehrendirigenten der Musikvereinigung ernannt.

 

Am Sonntag begrüßte die Stadtkapelle Crailsheim die Gäste mit einem Platzkonzert. Anschließend fand eine Liveübertragung des "Rendezvous der Saarlandwelle" mit SR3 statt. Mittags gratulierten über 30 Gastvereine beim Kreismusikfest der Musikvereinigung mit Platzkonzerten und einem Festumzug von der Ziegelbrücke zum Abteipark. Allen die dieses Fest mitgefeiert haben werden sich noch gerne daran erinnern. 

 

Der langjährige Dirigent Helmut Schill hatte etwa 2 Jahre vor dem Jubiläum angedeutet, dass er den Taktstock bis zum 150 Jubiläum noch führen würde, ihn dann aber an jemand Jüngeres weiterreichen möchte. Nach langer schwieriger Suche wurde Herr Guido Morbach von den aktiven Musikern in einer Testprobe zum neuen Dirigenten gewählt. Herr Morbach ist der erste Dirigent, seit der Verein keine Werkskapelle mehr ist, der nicht aus den eigenen Reihen kommt. Anlässlich des 150-jährigen Stiftungsfest erfolgte die Taktstockübergabe an dem Samstäglichen Kommersabend im Festzelt.

 

Der befreundete Crailsheimer Dirigent und Komponist Josef Jiskra komponierte eigens für dieses Jubiläum den "Marsch der Freundschaft" den die Musikvereinigung am Kommersabend unter der Leitung von Herrn Jiskra urauführte; ebenfalls schenkte Herr Jiskra der Mettlacher Kapelle die Bozenka Polka.

 

Fortsetzung folgt!